Ein wundervoller Ort – geschichtsreich und trotzdem lebendig –, der hoffentlich den Stuttgarterinnen und Stuttgartern als öffentlicher Raum erhalten bleibt.
Aus dem Gästebuch

Chronik

Die Geschichte des Ortes beginnt mit der Einrichtung eines Schieß­platzes auf der Dornhalde im Jahr 1869. Die nach­folgende Chronik zeichnet die Geschichte nach bis zur Gründung des Vereins Garnisons­schützen­haus 2016. Wer sich ausführlich über die Geschichte der Dornhalde und der historischen Gebäude informieren will, sei auf das Buch von Bertram Maurer "Die Dornhalde. vom Schießplatz zum Friedhof" ,  2. Auflage Stuttgart 2018, ISBN 978-3-00-061036-3, verwiesen.

 

1869 Auf der Dornhalde entsteht für die Königlich Württembergische Garnison
ein Schießplatz mit 5 Bahnen
1879 Aus 5 Schieß­bahnen werden 9 mit Längen von 250 bis 450 m und es 
entsteht ein Pulverhaus (existiert nicht mehr)
1880 Der Schießplatz­aufseher bekommt ein Wachhaus, das er auch bewohnt
Adresse: Auf der Dornhalde 1
1893 Die Kantine, heute Garnisons­schützen­haus genannt, wird gebaut und auch öffentlich genutzt.
Adresse: Auf der Dornhalde 1a
1894

An die Kantine wird eine Werkstatt angebaut zur Herstellung und
Reparatur der Schieß­scheiben

Garnisons­schützen­haus vor dem 1. Weltkrieg
Garnisons­schützen­haus vor dem 1. Weltkrieg

1898 Neben dem Wachhaus entsteht eine  Remise, mit 9 Abteilungen
1913 Bau Wald­friedhof. Erste Beerdigungen 1914
1918 Mit Ende des Ersten Weltkriegs löst sich die Stuttgarter Garnison auf,
ein Maschinengewehr­stand wird eingerichtet und die Polizei nutzt den
erweiterten Schießplatz, die Kantine wird zur „Gaststätte Schießbahn
Dornhalde“
1923 Auf dem Wald­friedhof gibt es jetzt ein Ehrenfeld für 8.000 Gefallene des
Ersten Weltkriegs
1923–25 Die Streuobst­wiesen “Kressart” entstehen
1926 Errichtung des Gedenk­steins “Fritz-Keller-Brünnle” für Fritz von Keller, Forst­direktor und Vorstand des Verschönerungs­vereins
1929

Die Stuttgarter Stand­seilbahn (Heslach –  Wald­friedhof) wird eingeweiht

1933-45

Die Reichswehr nutzt die Schieß­bahnen

1934

Ein neuer MG-Schießstand in Stahlbeton entsteht

1942/44

Auf diesem Schießstand werden militärische Todes­urteile durch das 
NS-Regime vollstreckt – siehe Rubrik Erschießungen 
15 Gräber dieser Opfer befinden sich auf dem Wald­friedhof

1945-55/65

Die US-Armee / auch die deutsche Polizei trainiert auf dem Schießplatz

1957-60

Die 1955 entstandene Bundeswehr ist ein weiterer Nutzer der 
Schieß­bahnen

1970

Die Stadt Stuttgart erwirbt das Schießbahn­gelände und Familie Weiß zieht in das Garnisons­schützen­haus

1974

Der ehemalige Schießplatz wird zum Dornhalden­friedhof

1977

Beerdigung RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Gemeinschafts­grab

1987

Der Friedhof wird erweitert

1991

Eröffnung des Heslacher Tunnels mit einem Entlüftungs­kamin hinter dem
Garnisons­schützen­haus

1996

Auf dem Dornhalden­friedhof werden die „Eichen­gehölze“ als 
Offenland­biotope erfasst

1999

Das gesamte Gelände „Wald­friedhof/Dornhalde“ ist jetzt 
Landschafts­schutzgebiet

2001

 
Eröffnung des geografischen Lehrpfads „Schwäbles­klinge“, des ersten in
Baden-Württemberg

2003

Der Teich beim Dornhalden­friedhof wird Natur­denkmal

2004

Der Schwäbische Albverein legt den „Blaustrümpfler­weg“ an

2008

Das Friedhofs­amt übergibt das Gelände dem Liegenschafts­amt, da die Gebäude als "nicht betriebs­notwendig" gesehen werden

2009

Frau Weiß als letzte Bewohnerin des Garnisons­schützen­hauses zieht aus, das 
Wachhaus steht schon länger leer

2011

Übernahme des Gebäudes durch das Amt für Liegenschaften und Wohnen nach Beendigung des Miet­verhältnisses

2011

Verkaufs­ausschreibung zur Messe „Eigentum und Wohnen“ (Ausschreibung abgebrochen, da keine bau­rechtliche genehmigte Nutzung vorlag)

2011

Aktualisierung Biotop Teich Dornhalden­friedhof (§32) am Dorn­halden­weg

2012

Übernahme der Mahd und Garten­pflege auf dem Grundstück durch die Friedhofs­verwaltung

2012

Im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 werden 5 Bäume aus dem
Schloss­garten auf das Gelände des Wald­friedhofs verpflanzt

2013/14

Verkaufs­verhandlungen mit privaten Kauf­interessenten

2014

Start der Initiative “Garnisons­schützen­haus”

2016

Gründung des Vereins "Garnisons-schützen­haus - Raum für Stille e.V."

 

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