Gaststätte Schießbahn
Wenn die Soldaten von den drei Stuttgarter Kasernen hoch zum Schießplatz Dornhalde marschiert waren, hielten sie sich dort den ganzen Tag auf und mussten dort verpflegt werden. Das geschah zunächst in einer Baracke, in der auch Zivilisten empfangen wurden. 1893 bekam dann die Kantine einen repräsentativen Bau, das heutige „Garnisonsschützenhaus“.
Die historische Postkarte von 1897 zeigt in einem Ausschnitt, wie geschossen wurde. Links das Garnisonsschützenhaus und im Vordergrund ein Soldat und ein Paar in Zivil, die genau dort sitzen, wo sich bis in die 60er Jahre ein Biergarten für die Stuttgarter Bevölkerung befand.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Stuttgarter Garnison aufgelöst und die Kantine wurde zur Gaststätte „Schießbahn Dornhalde“. Dass sich der Betrieb lohnte, zeigt die ununterbrochene Bewirtschaftung von 1893 bis 1962:
Leopold Gruber 1893 – 1909 (auch auf der Postkarte von 1897 angezeigt)
Johannes Marquardt 1909 – 1921
Klemens Schmid 1921 – 1929
Gustav Mayer 1929 – 1954
Helene Mayer (Witwe des Gustav Mayer) 1954 – 1962 oder länger
Von 1962 bis 1970 wurde das Schützenhaus nach Auskunft von Passanten weiterhin als Gaststätte genutzt. Das genaue Ende der Bewirtschaftung ist nicht bekannt.
Auf dem historischen Grundriss ist zu sehen, wie das Gebäude als Kantine und Gaststätte bewirtschaftet wurde. Es war ein Raum für die Unteroffiziere vorgesehen und einer für die Mannschaften. Am wichtigsten war aber sicherlich der Außenbereich, wie die historische Postkarte zeigt.
Für die künftige Nutzung wurde der Betrieb eines kommerziellen Biergarten vom Baurechtsamt untersagt, der frühere Platz des Biergartens gilt jetzt als Wald. Im Innern wurde durch die Wohnnutzung von 1970 bis 2009 die historische Raumaufteilung verändert und aus der Küche ein Bad.
Der aktuelle Plan zeigt die nach 1970 neu eingezogenen Wände in Gelb. Diese sollen nach der aktuellen Bauplanung entfernt, die alte Raumaufteilung soll wieder hergestellt werden und die Küche wieder ihren alten Platz bekommen.