Gärten rund um das Garnisonschützenhaus
Seit 2016 übernehmen Mitglieder des Vereins die Pflege des 2150 m² großen Grundstücks der Stadt mit seinen drei ökologisch unterschiedlichen Bereichen. Hinter den Gebäuden der Waldgarten und der Wandelgarten, vom Spazierweg einsehbar der ehemalige Nutzgarten.
Der „Nutzgarten“
Dieser Gartenteil mit seinen rechtwinklig abgegrenzten Beeten diente früher den Bewohnern zum Anbau von Gemüse. Wir haben ihn deshalb Nutzgarten genannt, weil wir davon ausgehen, dass später einmal im Wach- und Wohnhaus wieder Menschen wohnen werden, die ihn in diesem Sinne nutzen werden. Der Nutzgarten war 2017 völlig verwildert und mit kleinen Bäumen und Sträuchern zugewachsen. Nach erheblichen gemeinsamen Rodungsarbeiten konnte dann im Oktober/November 2017 die erste Ausstellung der Stuttgarter Friedhofgärtner dort stattfinden.
Anlässlich der Ausstellung „Biene, Schmetterling und Co.“ 2018 zum Nutzen der Insekten weiterentwickelt, stellt er seitdem das Naturschaufenster des Garnisonsschützenhauses dar. Im Sommer während der sonntäglichen Öffnungszeiten ist er für jedermann zugänglich.
Der „Wandelgarten“
Dieser Gartenteil soll in Zukunft vor allem der Aufenthaltsort im Freien für die Besucherinnen und Besucher sein. Auch hier wurde vom Gartenteam des Vereins viel freigeschnitten und es wurden kleinere Bäume entfernt. So konnten Aufführungen und Lesungen in den letzten Jahren dort stattfinden. Am Rand dieses Gartens entstand 2018 das „Klassenzimmer im Freien“, das aus Baumabschnitten der gefällten Fichte am Wach- und Wohnhaus gebildet worden war. Kita-Gruppen und Schulklassen saßen 2018 und 2019 da und ließen sich über Wildbienen und Schmetterlinge informieren.
Im Januar 2026 wurden zwei Eiben im Wandelgarten entfernt. Künftig soll auch die attraktive Rückseite des Garnisonsschützenhauses von dort zu sehen sein.
Mit der nach der Sanierung geplanten Öffnung des kleinen Cafés in der ehemaligen Kantine kann der schattige Wandelgarten als Raum für Stille ein Rückzugsort für Städter werden. Aus dem Stuttgarter Kessel oder aus Degerloch ist er zu Fuß oder mit dem Fahrrad bald erreichbar.
Der „Waldgarten“
Hohe alte Eichen, von Efeu bewachsene Buchen und blütenreiche Robinien umgeben den „Waldgarten“. 2019 von Verbuschung durch das Sozialunternehmen Neue Arbeit freigeräumt . Nach und nach wird er von Vereinsmitgliedern mit Bürgern als Raum für Naturbeobachtung, als Frei- und Ruhefläche gestaltet. Aus dem Heckenschnitt wurde an Stelle eines Zaunes eine „Benjeshecke“ aufgeschichtet und aus dem vor Ort gefundenen Material in den Workshops der Ausstellung 2019 „Von Bäumen und Bienen“ ein Waldsofa gebaut und weitere naturnahe Akzente gesetzt.
Der Waldgarten ist anders als der Rest des Grundstücks immer frei zugänglich. Schon die Annäherung durch den Hochwald mit ehrwürdigen alten Buchen und Eichen lässt die Seele zur Ruhe kommen, wenn Augen und Ohren sich auf den Wald einlassen. Am Garnisonsschützenhaus kann man im Waldgarten Stille finden und den Vögeln lauschen, Kröten und Eidechsen begegnen, während man die blütenbesuchenden Insekten beobachtet. Hier wird nichts gepflanzt, aber die Natur in ihrer Kraft so weit gezähmt, dass die Waldlichtung betreten und in ihrer natürlichen Vielfalt erfahren werden kann. Hier beflügelt auch die Märchenerzählerin jeden Sommer die Fantasie der Besucher. Hin und wieder bietet der NABU Führungen an.
Im Waldgarten endet die Höhlenbrüter Strecke des „AK Vogelkunde und Vogelschutz e. V.“ Mit dem Vorsitzenden Reinhard Mache reinigt die Gartengruppe im Herbst die Nistkästen, hier kann man sich gern beteiligen und dabei erkennen, wer in den Kästen seine Jungen großgezogen hat..
Im Jahr 2019 erhielt der Verein für seine Gartenarbeit in Verbindung mit der Ausstellung und dem Schulprogramm zu Wildbienen den ersten Preis im Wettbewerb "Lass des blühen".
Die Gartengruppe trifft sich regelmäßig mittwochs für Pflegemaßnahmen und lädt gern weitere Menschen ein, die sich aktiv auf das Wachsen und Vergehen im Lauf der Jahreszeiten einlassen und ein bisschen mehr Zeit in der Stille verbringen wollen. In der Sommerzeit finden im Freien und in der Remise Kleinkunstveranstaltungen statt, die überwiegend von Stuttgarter KünstlerInnen gestaltet werden. Gerade die kleinen Besuchergruppen von höchstens 40 TeilnehmerInnen kommen an diesem ruhigen Ort gern ins Gespräch und genießen den improvisierten Charme der alten Remise, der auch Wettererlebnisse wie Platzregen, Sommerhitze oder Abendkühle mit einschließt.